Zwei weise Männer haben mich mit ihren Worten in der letzten Woche getroffen - und verunsichert. Zwei Gelehrte, Theologen - und Friedensstifter.
Der eine ist Greg Boyd, amerikanischer Theologe. Ihn durfte ich dieses Jahr in einer Summer School live erleben und von ihm lernen. Und - natürlich - ein kurzes Interview mit ihm führen für Radio Life Channel. Als ich dieses heute wieder gehört und für einen Beitrag geschnitten habe, hat es mich berührt. Thema des Beitrags ist die tiefe Spaltung der Kirchen in den USA über Themen wie LGBT, Empfängnisverhütung, Sozialwesen, Frauenrechte, Aussenpolitik... Ich habe Greg gefragt, ob es wohl möglich sei, über diese Kluft noch eine Brücke zu bauen. Er sagte: "Ja, wenn wir uns statt auf Politik wieder auf die Dinge konzentrieren, welche Jesus uns aufgetragen hat: Menschen zu lieben, wie er sie liebte, und uns für sie aufzuopfern, wie er das getan hat."
Der zweite Theologe war Peter Henning, der bei ERF Medien letzte Woche einen Vortrag hielt. Auch hier ging es um eine Kirchenspaltung: Um die Reformation, die nun bald 500 Jahre her ist. Peter Henning zeigte uns in groben Zügen die Vorgänge auf, die zur Reformation führten und dazu, dass die Diskussionsvorschläge von Martin Luther einschlugen wie eine Bombe. Und: Er stellte einige Thesen auf, was die Reformation für uns als Medienunternehmen - abgesehen von Themen für Beiträge - bedeuten könnte. Einer der Punkte war, dass er uns riet, uns nicht an Schlammschlachten zu beteiligen. Konstruktive Beiträge dazu zu leisten, dass sich die Kirche eint, statt nur mit dem journalistischen Finger auf Missstände zu zeigen.
Frieden stiften, praktisch im Alltag helfen, das berührte mich. Ich dachte darüber nach, wie das bei mir aussieht - im täglichen Leben, wo es sicher für jede und jeden Herausforderungen gibt mit Menschen, die Hilfe nötig hätten. Aber auch mit diesem Blog. Ich hinterfrage mein Anliegen immer wieder selber. Was will ich mit "Feminism - OMG!"? Ungerechtigkeit aufzeigen? Alternativen, Argumente sammeln? Ist mein Herzblut zum Thema "Frauen in der Kirche" aufrichtig, setze ich damit Zeit und Energie für eine gute, wichtige Sache ein? Irgendwie komme ich für mich immer wieder auf ein Ja zu all diesen Fragen.
Aber da ist noch das Kämpfen. Kämpfen statt Frieden stiften. Argumente liefern, die Fronten genauso gut noch tiefer trennen, als vereinen können.
Ich bin immer noch am Nachdenken darüber. Heute gingen mir zwei Gedanken durch den Kopf: Auch Jesus war nicht ein Friedensstifter im harmonischen Sinne. Er besass einen starken Kampfgeist, in manchen Situationen Wut, die sich manchmal handfest äusserte, oft aber vor allem in scharfen Dialogen mit der damaligen gelehrten Elite, den Pharisäern.
Zweitens erinnerte ich mich an eine Bibelstelle aus dem Buch des Predigers.
"Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit: Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; (...) Steine
schleudern hat seine Zeit, und Steine sammeln hat seine Zeit; Umarmen
hat seine Zeit, und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit; (...) Zerreißen hat seine Zeit, und Flicken hat seine Zeit; Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit; Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit." (Prediger 3, 1-8, Quelle: www.bibleserver.com)
Ich will weder Krieg, noch Töten oder Hassen, was alles in dieser Bibelstelle vorkommt. Es wäre heikel, diese Stelle jetzt auseinanderzunehmen. Aber nur die Idee: Vielleicht ist für mich die Zeit jetzt da, gegen die Hindernisse anzuschreiben, die Frauen oft in den Weg gestellt werden, wenn sie ihre Berufung (Epheser 4,11) ausleben möchten. Warum dieses Feuer so in mir glüht, dazu habe ich eine vage Vermutung. Wohin das aber führt? Keine Ahnung. Ich hoffe aber, dass "Feminism - OMG!" zum Frieden beiträgt, zu Gerechtigkeit. Damit Frauen und Männer Schulter an Schulter genau das tun können, wovon Greg Boyd sprach, als er im Interview vom Auftrag von Jesus erzählt, anstatt sich gegenseitig ein Bein zu stellen.
Dienstag, 18. November 2014
Sonntag, 9. November 2014
Ich will raus aus der Schublade!
Schönes
Wochenende gehabt? Danke, ja, ich auch! Obwohl: Ich bin wieder mal in einer
Schublade gelandet. Ja, passiert mir hin und wieder. Diesmal war es ausgerechnet
eine von denen, die mir am unbequemsten sind: die Schublade „evangelikal“.
Wieder einmal ist ein langer Artikel in einer Sonntagszeitung erschienen, der
„die Freikirchen“ in ein schlechtes Licht und in die Nähe von Sekten rückt.
Grösster Kritikpunkt: konservative Werthaltungen. Zwar besagt die zitierte
Studie des Religionssoziologen Jörg Stolz bereits, dass es drei grobe
Richtungen innerhalb der Freikirchen gibt (charismatisch, klassisch,
konservativ). In die Schublade „evangelikal“ werden dann doch alle geworfen.
Also, weil Freikirchenbesuche zu meinem Glauben gehören, auch ich.
Ich mag die
Schublade nicht, weil sie für mich zu klein ist. Die Definition von
„evangelikal“ lautet „am Evangelium orientiert“, also kurz gesagt, „bibeltreu“.
Dass laut der Freikirchen-Studie nur die Hälfte der Mitglieder für eine
wortwörtliche Auslegung der Bibel plädieren, zeigt bereits, dass dieser Begriff
nicht pauschal verwendet werden dürfte.
Denn es
gibt sie, die Liberalen in den Freikirchen. Und obwohl die konservativ
Denkenden überwiegen, wird die Situation verzerrt, indem Medien genau
diejenigen Probleme zitieren, welche auch innerhalb der Kirchenmauern heiss
diskutiert werden. Kreationismus, ausserehelicher Sex und Homosexualität sind
die drei Diskussionen, auf welche man als Besucherin einer Freikirche am
meisten angesprochen wird – aber auch genau die Dinge, in welchen sich Gläubige
untereinander am wenigsten einig sind. Innerhalb der Freikirchen findet vielerorts
ein Diskurs statt über Punkte, in denen die traditionelle Auslegung der Bibel
mit der heutigen Lebenswelt am stärksten auseinanderklafft. In evangelikalen
Verbänden wird gerungen, wie das Wesen des christlichen Glaubens heute
interpretiert werden soll, ohne es zu verleugnen.
Ich wünsche
mir, dass diese Diskussion transparenter geführt wird. Dass kirchliche
Leitungspersonen zugeben können, dass sie oft überfordert sind mit ihrer
Aufgabe, das Christentum in der heutigen Zeit zu vertreten. Einer Zeit, wo manche
der jahrtausende alten Worte der Bibel irritieren – und zwar nicht positiv. Dass
Freikirchen es wagen würden, traditionelle Interpretationen zumindest zur
Diskussion zu stellen, wäre dringend nötig. Denn wenn sie gegen aussen mit
fixen Wertehaltungen auftreten, obwohl hinter den Kulissen die Diskussion
brodelt, schadet dies nicht nur dem Image. Es verärgert auch diejenigen in den
eigenen Reihen, die an der Diskrepanz zwischen Dogma und Lebenswelt verzweifeln.
Oder die mit guten Argumenten eine andere Meinung als die Kirche haben, aber in
der Öffentlichkeit nicht gehört werden.
Gäbe es
mehr Transparenz, würden die Besucherinnen und Besucher der Freikirchen
vielleicht weniger oft pauschal als konservativ, weltfremd und intolerant
abgestempelt. (Oder, dies ist mir persönlich manchmal nicht klar, als leichte
Beute, die man vor den bösen Predigern beschützen müsste...) „Freikirchlerinnen“
und „Freikirchler“ sind ganz normale Menschen. Die meisten durchaus intelligent
genug, für sich selber zu denken und ihre Meinung aus verschiedenen Quellen und
Inspirationen zu bilden. Ich wünschte mir, dass die Öffentlichkeit das mehr anerkennt - aber auch die Leitungsgremien der Freikirchen, damit Diskurse
geöffnet werden.
(Im angelsächsischen Raum
ist dies bereits geschehen: Shane Claybourne und Brian McLaren plädieren für grundlegend
andere Kirchenformen – beide auf unterschiedliche Weise. Die Sängerin Vicky
Beeching hat extra einen Master in Theologie gemacht, um festzustellen, dass
sich Homosexualität und Glaube nicht ausschliessen. Und der Pastor Rob Bell spaltet
mit seinen kontroversen Ansichten zu verschiedenen Themen die amerikanischen
Kirchen. So werden andere Ansichten als die traditionellen Überlieferungen
zumindest zur Diskussion gestellt. Für Menschen, die im Glauben einfache Antworten suchen, macht es dies nicht einfacher. Aber selber denken rules!)
Sonntag, 2. November 2014
Tania Harris: Leben in Kommunikation mit Gott
Heute habe
ich eines meiner Vorbilder getroffen: die Australierin Tania Harris.
| Quelle: godconversations.com |
Tania
spürte Anfang 20 den grossen Wunsch, Gottes Stimme deutlich zu hören und
herauszufinden, wie er zu Menschen redet. Auf ihrer persönlichen Reise hat sie
dazu so viele Erfahrungen gemacht und so viel gelernt, dass sie vor einigen
Jahren die Arbeit „God Conversations“ gründete. Ihr Ziel ist es, Menschen zu
sagen, dass Gott heute noch spricht, und ihnen zu helfen, Gottes Stimme zu
hören und zu verstehen.
In ihrem
Podcast habe ich in den letzten zwei Jahren viel gelernt. Da ich oft und
lebhaft träume und mich oft auch gut an meine Träume erinnere, hat mich auch
ihr Hörbuch „Awaken your dreams“ sehr angesprochen. Manchmal gibt es Träume,
die anders sind, bei denen man merkt, dass darin etwas Hilfreiches für das
eigene Leben verborgen liegt. Tania hat eine Art „Werkzeug“ entwickelt, mit
denen man solche Träume ohne jeden Hokuspokus interpretieren kann. Im Moment
geht sie in ihrem Podcast auf das letzte Buch der Bibel ein: die Offenbarung.
Und da Johannes diese Vision als eine Art Traum hatte, geht sie die Offenbarung
mit genau dem gleichen „Werkzeug“ an wie in „Awaken your dreams“. Eine
theologische Vorgehensweise, die mich sehr fasziniert und in ihrer
Unerschrockenheit angesichts dieses mysteriösen und umstrittenen Buches
überzeugt.
Tania hat
in ihrem Leben gelernt, auf Gott zu hören und im Vertrauen Schritte zu gehen,
die zuerst absurd erscheinen. Aufgewachsen ist sie in einer sehr konservativen
christlichen Gemeinschaft und war schockiert, als etwas später ihre neue
Gemeinde eine Frau als Pastorin anstellte. Damit wurde sie auf ihre eigene
Berufung als Pastorin vorbereitet. Heute ist neben den „God Conversations“ auch
die Ermutigung von Frauen in leitenden Positionen bzw. auf dem Weg dorthin ein
wichtiges Thema für sie. Tanias Geschichte, die sie in einer Folge ihres Podcasts erzählt hat, war für mich einer der Anstösse, „Feminism OMG“ zu
starten.
Mit ihrem Mut, ihrer Autorität, Intelligenz, ihrer Femininität und positiven Ausstrahlung ist sie für mich ein grosses Vorbild. Ein Vorbild, die eigene Berufung herauszufinden und ihr entlang der persönlichen Freundschaft mit Gott nachzugehen. Es war schön, Tania Harris heute im Rahmen einer Predigt in der GVC Uster persönlich zu treffen und mit ihr auszutauschen!
Mittwoch, 29. Oktober 2014
Neues Online-Magazin "Propel"
Die australische Pastorin, Aktivistin ("A-21"-Kampagne gegen Frauenhandel) und international gefragte Rednerin Christine Caine hat ein neues Eisen im Feuer: Das Online-Magazin "Propel - Women Who Lead".
"Propel" ist ein englischsprachiges Online-Magazin, das sich an Frauen in Leitungspositionen richtet - an Powerfrauen wie Christine Caine selber. Titel passt: "to propel" heisst antreiben, motivieren. Das Magazin startet offiziell 2015, aber die Null-Ausgabe steht jetzt schon zum Download zur Verfügung.
Für mich ist es eine tolle Mischung aus "Quitting is not an option" und "listen to God and to your heart" - die Haltung, die ich von Christine auch aus ihren Podcasts kenne. So viel authentischer und praktischer als die Philosophien der "Wohlstandsevangelisten", bei denen der Erfolg automatisch kommen soll, wenn man mit Gott lebt. Wozu auch harte Arbeit, Know-How, aber auch: Spass an der Arbeit? Sie verkörpert für mich eine Frau, die eine Berufung hat, diese kennt, und sich mit ihrer ganzen Leidenschaft dafür einsetzt. Das kommt auch im Magazin vor: Die Kernbegriffe "Passion", "Purpose" und "Potential" werden angetippt, aus der Sicht christlicher Unternehmerinnen und Kaderfrauen und mit biblischer Komponente.
Ich lese Magazine zwar immer lieber offline als am Bildschirm und bin nicht begeistert vom Format über ISSUU. Abgesehen davon ist "Propel" aber interessant: ein attraktiv aufgemachtes Magazin mit eher kurzen Artikeln, Erfahrungsberichten von Unternehmerinnen anstatt zu vielen konkreten "So wird's gemacht!"-Tipps. Dann gibt's Kurzinterviews zum Thema Leiterschaft. Dazu ein Artikel mit statistischen Fakten zu den verschiedenen Lebensbereichen von Frauen (Studie für das Buch "Wonder Women", hab ich aber noch nicht gelesen).
Besonders angesprochen hat mich "Three Things I Would Tell My 20-Year-Old Self" von Carolyn Haggard. Zwar bin ich nicht mehr 20, aber da meine Karriereplanung natürlich noch nicht abgeschlossen ist, war der Artikel interessant. Vor allem zwei Punkte:
1. Es gibt einen grossen Unterschied dazwischen, einen Titel zu besitzen, und Einfluss zu haben. Eigne dir lieber gezielt nützliche Kompetenzen an, anstatt den Fokus auf einen bestimmten Titel zu legen. Ich persönlich denke, beides schliesst sich nicht aus, aber es schadet nicht, sich die Chancen von Weiterbildungen und der Aneignung von Kompetenzen bewusst zu machen, die zu der angestrebten Position führen sollen.
2. Unterschied zwischen einem Lebenslauf (resume) und einem guten Ruf (reputation). Carolyn Haggard unterstreicht die Wichtigkeit, täglich professionell, engagiert, respektvoll zu arbeiten - zusammengefasst: die Wichtigkeit einer guten Arbeitsmoral. Für mich liegt der Wert da einerseits in der Authentizität und Vorbildfunktion einer Führungsperson. Andererseits glaube ich aber auch stark an Disziplin und Professionalität - auch als Teammitglied, um die anderen nicht hängen zu lassen.
Beide Punkte gelten nicht spezifisch für Frauen. Wie auch viele der anderen Artikel in "Propel" nicht. Aber die Denkmuster von Frauen, eine gewisse Emotionalität, werden in dem Magazin auf konstruktive Weise aufgenommen, um Chancen und Strategien aufzuzeigen.
Ähnlich übrigens wie das Magazin "Ladies Drive" (Unterschied: dieses ist säkular, und auch offline erhältlich).
"Propel" ist ein englischsprachiges Online-Magazin, das sich an Frauen in Leitungspositionen richtet - an Powerfrauen wie Christine Caine selber. Titel passt: "to propel" heisst antreiben, motivieren. Das Magazin startet offiziell 2015, aber die Null-Ausgabe steht jetzt schon zum Download zur Verfügung.
Für mich ist es eine tolle Mischung aus "Quitting is not an option" und "listen to God and to your heart" - die Haltung, die ich von Christine auch aus ihren Podcasts kenne. So viel authentischer und praktischer als die Philosophien der "Wohlstandsevangelisten", bei denen der Erfolg automatisch kommen soll, wenn man mit Gott lebt. Wozu auch harte Arbeit, Know-How, aber auch: Spass an der Arbeit? Sie verkörpert für mich eine Frau, die eine Berufung hat, diese kennt, und sich mit ihrer ganzen Leidenschaft dafür einsetzt. Das kommt auch im Magazin vor: Die Kernbegriffe "Passion", "Purpose" und "Potential" werden angetippt, aus der Sicht christlicher Unternehmerinnen und Kaderfrauen und mit biblischer Komponente.
Ich lese Magazine zwar immer lieber offline als am Bildschirm und bin nicht begeistert vom Format über ISSUU. Abgesehen davon ist "Propel" aber interessant: ein attraktiv aufgemachtes Magazin mit eher kurzen Artikeln, Erfahrungsberichten von Unternehmerinnen anstatt zu vielen konkreten "So wird's gemacht!"-Tipps. Dann gibt's Kurzinterviews zum Thema Leiterschaft. Dazu ein Artikel mit statistischen Fakten zu den verschiedenen Lebensbereichen von Frauen (Studie für das Buch "Wonder Women", hab ich aber noch nicht gelesen).
Besonders angesprochen hat mich "Three Things I Would Tell My 20-Year-Old Self" von Carolyn Haggard. Zwar bin ich nicht mehr 20, aber da meine Karriereplanung natürlich noch nicht abgeschlossen ist, war der Artikel interessant. Vor allem zwei Punkte:
1. Es gibt einen grossen Unterschied dazwischen, einen Titel zu besitzen, und Einfluss zu haben. Eigne dir lieber gezielt nützliche Kompetenzen an, anstatt den Fokus auf einen bestimmten Titel zu legen. Ich persönlich denke, beides schliesst sich nicht aus, aber es schadet nicht, sich die Chancen von Weiterbildungen und der Aneignung von Kompetenzen bewusst zu machen, die zu der angestrebten Position führen sollen.
2. Unterschied zwischen einem Lebenslauf (resume) und einem guten Ruf (reputation). Carolyn Haggard unterstreicht die Wichtigkeit, täglich professionell, engagiert, respektvoll zu arbeiten - zusammengefasst: die Wichtigkeit einer guten Arbeitsmoral. Für mich liegt der Wert da einerseits in der Authentizität und Vorbildfunktion einer Führungsperson. Andererseits glaube ich aber auch stark an Disziplin und Professionalität - auch als Teammitglied, um die anderen nicht hängen zu lassen.
Beide Punkte gelten nicht spezifisch für Frauen. Wie auch viele der anderen Artikel in "Propel" nicht. Aber die Denkmuster von Frauen, eine gewisse Emotionalität, werden in dem Magazin auf konstruktive Weise aufgenommen, um Chancen und Strategien aufzuzeigen.
Ähnlich übrigens wie das Magazin "Ladies Drive" (Unterschied: dieses ist säkular, und auch offline erhältlich).
Sonntag, 12. Oktober 2014
Der rote Faden
In einem früheren Blogeintrag habe ich erzählt, dass ich als "Rezept" für die eigene Lebensgestaltung an eine Mischung aus relaxtem Gottvertrauen und selbstbewussten Entscheidungen glaube. Wenn man zurückblickt, wird oft ein roter Faden sichtbar, den man zuvor nicht erkannt hat. Wie Fussspuren, die auf den heutigen Moment hingeführt haben. Das kann grundsätzlich negativ oder positiv sein, denn manchmal läuft man durch eine Folge von, sagen wir, suboptimalen Entscheidungen auch in Sackgassen. Aber wenn man mit Gott unterwegs ist, erkennt man rückblickend auch, wo er Türen geöffnet und Entscheidungen erleichtert hat.
Um diesen roten Faden geht es in der aktuellen Serie des ICF Basel: Es geht um die biblische Figur Esther. Dieser mutigen, schönen Frau ist ein ganzes Buch in der Bibel gewidmet, und es ist darin eine der spannendsten Geschichten. Doch gleichzeitig ist sie so brisant, dass Martin Luther gesagt haben soll, er wünschte sich, das Buch Esther wäre nicht in den biblischen Kanon aufgenommen worden.
Es um diesen roten Faden, um Berufung. In der ersten Predigt der Serie führt der Pastor ein Interview mit der Präsidentin der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Elisabeth Schirmer. Sie erzählt, wie sie zu dieser Stelle kam, ohne diese Position angestrebt zu haben. Hörenswert.
Um diesen roten Faden geht es in der aktuellen Serie des ICF Basel: Es geht um die biblische Figur Esther. Dieser mutigen, schönen Frau ist ein ganzes Buch in der Bibel gewidmet, und es ist darin eine der spannendsten Geschichten. Doch gleichzeitig ist sie so brisant, dass Martin Luther gesagt haben soll, er wünschte sich, das Buch Esther wäre nicht in den biblischen Kanon aufgenommen worden.
Es um diesen roten Faden, um Berufung. In der ersten Predigt der Serie führt der Pastor ein Interview mit der Präsidentin der Basellandschaftlichen Kantonalbank, Elisabeth Schirmer. Sie erzählt, wie sie zu dieser Stelle kam, ohne diese Position angestrebt zu haben. Hörenswert.
| Rembrandt, 1660. Quelle: http://www.womeninthebible.net/paintings_esther.htm |
Freitag, 10. Oktober 2014
Frauen der Bibel
Die in der Bibel erwähnten Frauen sind so unterschiedlich wie die Frauen heute: Die einen sind in ihrem Leben grandios gescheitert, andere haben so viel Macht, dass sie Armeen in den Krieg führen. Die einen sind blutjung und wagen trotzdem Grosses, andere sind alt und erleben trotzdem noch Abenteuer.
Radio Life Channel kürt diese und nächste Woche die "Miss Bibel" - beziehungsweise, die Hörerinnen und Hörer können auf Facebook darüber abstimmen, welche Frau der Bibel sie am meisten beeindruckt. Pfarrer Philipp Kohli hat die zehn Finalistinnen ausgesucht und stellt sie kurz und spannend vor. Die ersten fünf Beiträge der Serie sind bereits online.
Et voilà:
Radio Life Channel kürt diese und nächste Woche die "Miss Bibel" - beziehungsweise, die Hörerinnen und Hörer können auf Facebook darüber abstimmen, welche Frau der Bibel sie am meisten beeindruckt. Pfarrer Philipp Kohli hat die zehn Finalistinnen ausgesucht und stellt sie kurz und spannend vor. Die ersten fünf Beiträge der Serie sind bereits online.
Et voilà:
Donnerstag, 18. September 2014
Es gibt genug fähige Frauen
Die Forderung steht wieder einmal im Raum: Diese Woche schlug Justizministerin Simonetta Sommaruga vor, dass börsenkotierte Unternehmen eine Frauenquote von 30 Prozent in ihren Verwaltungsräten haben sollten.
Headhunterin Doris Aebi im Interview mit dem "Tages-Anzeiger": "Ich persönlich kann grundsätzlich mit oder ohne Frauenquote für Verwaltungsräte leben. Viel entscheidender für mich ist, dass die Rolle der Frauen im Verwaltungsrat ernst genommen wird."
| Bild: www.tagesschau.de |
Während oft damit argumentiert wird, dass bei der Personalrekrutierung Kompetenz vor Geschlecht gehen muss und abschätzig von "Quotenfrauen" gesprochen wird, bin ich grundsätzlich für Frauenquoten. Offenbar geht zwar einiges vorwärts, wie dieser Beitrag im "10vor10" illustriert. Aber eine vorgeschriebene Frauenquote würde noch mehr Firmen dazu bringen, die Suche nach geeigneten Personen auszuweiten und die Stellenvergabe transparenter machen. Und noch nebenbei: 30 Prozent sind nicht viel. Im Gegenteil. Es ist eine Schande, dass der Frauenanteil heute bei den betreffenden Unternehmen nur bei 12 Prozent liegt.
Vor einem Jahr stellte meine Kollegin bei Radio Life Channel die Frage nach einer Frauenquote in der Kirchenleitung. (Der Kurzbeitrag kann online nachgehört werden.) Erst befragte sie den Schweizerischen katholischen Frauenbund. In der katholischen Kirche sind Frauen zwar in der Basis gut vertreten, jedoch aus dogmatischen Gründen vom Priesteramt ausgeschlossen. Die Präsidentin des Pfarrvereins der Zürcher Reformierten, Gina Schibler, meinte, dass es bei den Pfarrerinnen keine Quote mehr brauche. Sondern eher bei Ämtern wie Kirchenrat und Kirchenpflege. Ihr Kollege, der Zürcher Kirchenratspräsident Michel Müller, widersprach ihr, weil eine Frauenquote die Personalsuche für diese Ämter noch schwieriger gestalten würde. Das Verhältnis werde sich im Laufe der Zeit auch ohne Quote ausbalancieren, meint er.
In Kirchen und Freikirchen eine Frauenquote durchsetzen zu wollen, wäre ein chancenloses Unterfangen. Pastorinnen, Pastoren werden von den Kirchenmitgliedern selbst gewählt. Wenn also eine Gemeinde keine Frau als Leitungsperson will, wird es auch keine geben.
Wo aber meines Erachtens Frauenquoten Sinn machen würden, sind Ausbildungsstätten (siehe Universität Bern und auch der Streit an der Uni Basel). Kirchenpflege, Ältestenrat, Vorstand - in diesen Gremien gibt es heute schon Frauen, doch auch da wäre eine Frauenquote keine dumme Idee. Solche Positionen sind für Frauen theologisch sogar aus der komplementären Sichtweise vertretbar, da sie in diesen Ämtern weder eine Lehrfunktion, noch, genau genommen, eine Leitungsfunktion über dem Mann einnehmen.
Wo Frauen in solchen Gremien vertreten sind, gewöhnen sich Männer wie auch die anderen Frauen innerhalb der Kirchgemeinde daran, dass Frauen mitreden. Man würde bei der Auswahl von Leuten zum Beispiel für einen Vorstand selbstverständlicher auch Frauen in Betracht ziehen. Frauen müssten mit mehr Engagement gefördert werden, um sie für solche Positionen fit zu machen. Wo Frauen mitreden dürfen, können sie beweisen, dass sie genauso weise und vom Heiligen Geist geleitet Entscheidungen beeinflussen können. Und schlussendlich würde diese Einsicht hoffentlich dazu führen, dass mehr Kirchgemeinden Frauen auch als Pastorinnen zulassen würden.
Insofern wäre eine Frauenquote in kirchlichen Gremien eine kleine Trittleiter. Wir schaffen es auch ohne - aber schaden würde sie nichts. Denn was Doris Aebi im "Tages-Anzeiger"-Interview in Bezug auf die Schweizer Verwaltungsräte sagt, gilt zweifellos auch für die Kirche: Es gibt genug fähige Frauen.
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