— Evelyne Baumberger (@evelyne_lynn) 14. März 2016
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Donnerstag, 17. März 2016
Montag, 22. Juni 2015
Geschlechtergerecht am Radio
Beim Radio gilt: "In der Kürze liegt die Würze". Inhalte verständlich, ohne unnötige Schlenker, in einer alltagsnahen Sprache kommunizieren. Ich nehme das oft genauso als Herausforderung an, wie früher als Print-Journalistin das Ausformulieren präziser, schöner Sätze.
Ich mag die Arbeit mit der Sprache, weil es Resultate gibt: Inhalte kommen nur an, wenn ich mir dabei Mühe gebe. Ich stelle mir Menschen vor beim Kochen, im Feierabendverkehr, morgens im Badezimmer, die Radio Life Channel hören. Nebenbei, und manchmal bleibt etwas hängen oder unbewusst hört man doch zu. Da gibt es Regeln wie: Redundanz - Wiederholungen sind gut. Oder: Ein Satz pro Zeile. Bei Schriftgrösse 14, wohlgemerkt, weil ich danach die News live ablesen muss.
Eine Herausforderung ist da die geschlechtergerechte Sprache. Erst kürzlich hörte ich einen Kurzbeitrag meines Kollegen gegen, wo es um die Veränderungen im Pfarrberuf ging. Es kam ausschliesslich "der Pfarrer" vor, was bei einem Pfarrerinnen-Anteil von einem Drittel in der evangelisch-reformierten Kirche schlicht falsch ist. Als wir darüber sprachen, kam wieder einmal rüber: "Pfarrer und Pfarrerinnen" klingt doof, umständlich, lang. "Aber es ist wichtig!", sagte ich, und wies auf die Bilder im Kopf hin, die das Rollenverständnis prägen. "Pfarrperson" ist auch unschön - deswegen ist meine liebste Variante, dass ich am Anfang von "Pfarrerin und Pfarrer" rede und dann abwechsle zwischen den Geschlechtern.
*
Soeben habe ich darüber einen interessanten Blogeintrag entdeckt, der aus der Warte einer Pfarrerin geschrieben ist. Hier geht's zu Pastor Sandy.
Ich mag die Arbeit mit der Sprache, weil es Resultate gibt: Inhalte kommen nur an, wenn ich mir dabei Mühe gebe. Ich stelle mir Menschen vor beim Kochen, im Feierabendverkehr, morgens im Badezimmer, die Radio Life Channel hören. Nebenbei, und manchmal bleibt etwas hängen oder unbewusst hört man doch zu. Da gibt es Regeln wie: Redundanz - Wiederholungen sind gut. Oder: Ein Satz pro Zeile. Bei Schriftgrösse 14, wohlgemerkt, weil ich danach die News live ablesen muss.
Eine Herausforderung ist da die geschlechtergerechte Sprache. Erst kürzlich hörte ich einen Kurzbeitrag meines Kollegen gegen, wo es um die Veränderungen im Pfarrberuf ging. Es kam ausschliesslich "der Pfarrer" vor, was bei einem Pfarrerinnen-Anteil von einem Drittel in der evangelisch-reformierten Kirche schlicht falsch ist. Als wir darüber sprachen, kam wieder einmal rüber: "Pfarrer und Pfarrerinnen" klingt doof, umständlich, lang. "Aber es ist wichtig!", sagte ich, und wies auf die Bilder im Kopf hin, die das Rollenverständnis prägen. "Pfarrperson" ist auch unschön - deswegen ist meine liebste Variante, dass ich am Anfang von "Pfarrerin und Pfarrer" rede und dann abwechsle zwischen den Geschlechtern.
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Soeben habe ich darüber einen interessanten Blogeintrag entdeckt, der aus der Warte einer Pfarrerin geschrieben ist. Hier geht's zu Pastor Sandy.
Montag, 2. März 2015
Freitag, 27. Februar 2015
It's all in your head
Als Pastorentochter weiss ich, wie das Leben einer Pfarrersfrau aussieht. Nur so viel: Man muss gut Nein sagen und Kritik aushalten können, oder arbeitet (notabene unbezahlt) mindestens 50% mit.
Zumindest bei den Pfarrersfrauen in der Generation meiner Mutter wurde das auch so erwartet. Heute sieht es hoffentlich anders aus. Und nicht nur das. Heute stellt sich auch die Frage, wie es sich eigentlich umgekehrt verhält: Wenn die Frau Pastorin ist.
Die neue Webserie "Ma femme est pasteure" aus der Romandie behandelt genau diese Frage. "Ich habe mich", sagt Thomas, "in ein Mädchen verliebt, die Beyoncé sein wollte, die nebenbei im Thai-Restaurant jobbte, ans andere Ende der Welt reiste und eher sozialistische (wenn nicht kommunistische) Ideen hatte. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit Gott im Bett sein würde..."
Realsatire pur: Er möchte sie abends im Bett für sich haben, während sie sich lieber noch Notizen für ihre morgige Predigt hat. Er verteilt in der Kirche noch schnell die Sitzkissen, sie testet das Mikrofon für den Gottesdienst. Ganz selbstverständlich gehört er dazu, obwohl man ihn gar nie gefragt hat...
Lange wurden wohl auch die vielen Pfarrersfrauen in der Schweiz nicht gefragt. Sondern man stellte den Pastor sozusagen "+1" an, ging davon aus, dass das Ehepaar die Arbeit für die Kirchgemeinde als geteilte Berufung ansah. Vielleicht ist es auch in einigen Fällen so - aber so selbstverständlich? Vor allem bis Mitte des letzten Jahrhunderts nahm die Frau Pfarrer gegen aussen auch eine moralische Vorbildfunktion ein, weil sie ständig unter Beobachtung stand.
Witzig, dass nun eine zeitgenössische Webserie dies thematisiert und auf die Schippe nimmt. Und witzig, wie absurd es wirkt, wenn ein Mann seine Frau in ihrem Beruf praktisch unterstützt, weil wir es uns einfach andersrum eher gewohnt sind und wir Frauen uns heute gegen diese Selbstverständlichkeit wehren: "Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau" - und umgekehrt?
Die erste Episode ist heute online, die anderen sollen ab 4. März folgen. Geplant sind 20 Folgen à 2 Minuten. Mitproduziert übrigens von der reformierten Kirche Genf und Waadt.
Et voilà! http://www.20min.ch/ro/entertainment/dossier/femmepasteure/story/Un-mari-exploite-par-une-religieuse-14280367
Update: Mein Beitrag dazu - mit einem echten Pfarrerinnen-Mann - auf lRadio Life Channel.
Hier noch ein Interview mit den Machern Caroline und Victor Costa, bei ref.ch.
Zum Thema passt übrigens glänzend dieser Blogeintrag: "Werkzeugkasten".
Zumindest bei den Pfarrersfrauen in der Generation meiner Mutter wurde das auch so erwartet. Heute sieht es hoffentlich anders aus. Und nicht nur das. Heute stellt sich auch die Frage, wie es sich eigentlich umgekehrt verhält: Wenn die Frau Pastorin ist.
![]() |
| Screenshot mafemmeestpasteure.ch |
Die neue Webserie "Ma femme est pasteure" aus der Romandie behandelt genau diese Frage. "Ich habe mich", sagt Thomas, "in ein Mädchen verliebt, die Beyoncé sein wollte, die nebenbei im Thai-Restaurant jobbte, ans andere Ende der Welt reiste und eher sozialistische (wenn nicht kommunistische) Ideen hatte. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit Gott im Bett sein würde..."
Realsatire pur: Er möchte sie abends im Bett für sich haben, während sie sich lieber noch Notizen für ihre morgige Predigt hat. Er verteilt in der Kirche noch schnell die Sitzkissen, sie testet das Mikrofon für den Gottesdienst. Ganz selbstverständlich gehört er dazu, obwohl man ihn gar nie gefragt hat...
Lange wurden wohl auch die vielen Pfarrersfrauen in der Schweiz nicht gefragt. Sondern man stellte den Pastor sozusagen "+1" an, ging davon aus, dass das Ehepaar die Arbeit für die Kirchgemeinde als geteilte Berufung ansah. Vielleicht ist es auch in einigen Fällen so - aber so selbstverständlich? Vor allem bis Mitte des letzten Jahrhunderts nahm die Frau Pfarrer gegen aussen auch eine moralische Vorbildfunktion ein, weil sie ständig unter Beobachtung stand.
Witzig, dass nun eine zeitgenössische Webserie dies thematisiert und auf die Schippe nimmt. Und witzig, wie absurd es wirkt, wenn ein Mann seine Frau in ihrem Beruf praktisch unterstützt, weil wir es uns einfach andersrum eher gewohnt sind und wir Frauen uns heute gegen diese Selbstverständlichkeit wehren: "Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau" - und umgekehrt?
Die erste Episode ist heute online, die anderen sollen ab 4. März folgen. Geplant sind 20 Folgen à 2 Minuten. Mitproduziert übrigens von der reformierten Kirche Genf und Waadt.
Et voilà! http://www.20min.ch/ro/entertainment/dossier/femmepasteure/story/Un-mari-exploite-par-une-religieuse-14280367
Update: Mein Beitrag dazu - mit einem echten Pfarrerinnen-Mann - auf lRadio Life Channel.
Hier noch ein Interview mit den Machern Caroline und Victor Costa, bei ref.ch.
Zum Thema passt übrigens glänzend dieser Blogeintrag: "Werkzeugkasten".
Mittwoch, 3. Dezember 2014
"Sind Frauen Menschen oder böse Tiere?"
Die erste Rabbinerin in der Schweiz, "Sind Frauen Menschen oder böse Tiere?", und das fehlende Frauenpriestertum: drei der Themen in der aktuellen Nummer der Zeitschrift "facultativ". Sie steht unter dem Titel "Frauen & Kirche" und kann gratis heruntergeladen werden, siehe hier. "Facultativ" ist die Zeitschrift der theologischen Fakultät der Universität Zürich.
Sonntag, 2. November 2014
Tania Harris: Leben in Kommunikation mit Gott
Heute habe
ich eines meiner Vorbilder getroffen: die Australierin Tania Harris.
| Quelle: godconversations.com |
Tania
spürte Anfang 20 den grossen Wunsch, Gottes Stimme deutlich zu hören und
herauszufinden, wie er zu Menschen redet. Auf ihrer persönlichen Reise hat sie
dazu so viele Erfahrungen gemacht und so viel gelernt, dass sie vor einigen
Jahren die Arbeit „God Conversations“ gründete. Ihr Ziel ist es, Menschen zu
sagen, dass Gott heute noch spricht, und ihnen zu helfen, Gottes Stimme zu
hören und zu verstehen.
In ihrem
Podcast habe ich in den letzten zwei Jahren viel gelernt. Da ich oft und
lebhaft träume und mich oft auch gut an meine Träume erinnere, hat mich auch
ihr Hörbuch „Awaken your dreams“ sehr angesprochen. Manchmal gibt es Träume,
die anders sind, bei denen man merkt, dass darin etwas Hilfreiches für das
eigene Leben verborgen liegt. Tania hat eine Art „Werkzeug“ entwickelt, mit
denen man solche Träume ohne jeden Hokuspokus interpretieren kann. Im Moment
geht sie in ihrem Podcast auf das letzte Buch der Bibel ein: die Offenbarung.
Und da Johannes diese Vision als eine Art Traum hatte, geht sie die Offenbarung
mit genau dem gleichen „Werkzeug“ an wie in „Awaken your dreams“. Eine
theologische Vorgehensweise, die mich sehr fasziniert und in ihrer
Unerschrockenheit angesichts dieses mysteriösen und umstrittenen Buches
überzeugt.
Tania hat
in ihrem Leben gelernt, auf Gott zu hören und im Vertrauen Schritte zu gehen,
die zuerst absurd erscheinen. Aufgewachsen ist sie in einer sehr konservativen
christlichen Gemeinschaft und war schockiert, als etwas später ihre neue
Gemeinde eine Frau als Pastorin anstellte. Damit wurde sie auf ihre eigene
Berufung als Pastorin vorbereitet. Heute ist neben den „God Conversations“ auch
die Ermutigung von Frauen in leitenden Positionen bzw. auf dem Weg dorthin ein
wichtiges Thema für sie. Tanias Geschichte, die sie in einer Folge ihres Podcasts erzählt hat, war für mich einer der Anstösse, „Feminism OMG“ zu
starten.
Mit ihrem Mut, ihrer Autorität, Intelligenz, ihrer Femininität und positiven Ausstrahlung ist sie für mich ein grosses Vorbild. Ein Vorbild, die eigene Berufung herauszufinden und ihr entlang der persönlichen Freundschaft mit Gott nachzugehen. Es war schön, Tania Harris heute im Rahmen einer Predigt in der GVC Uster persönlich zu treffen und mit ihr auszutauschen!
Donnerstag, 18. September 2014
Es gibt genug fähige Frauen
Die Forderung steht wieder einmal im Raum: Diese Woche schlug Justizministerin Simonetta Sommaruga vor, dass börsenkotierte Unternehmen eine Frauenquote von 30 Prozent in ihren Verwaltungsräten haben sollten.
Headhunterin Doris Aebi im Interview mit dem "Tages-Anzeiger": "Ich persönlich kann grundsätzlich mit oder ohne Frauenquote für Verwaltungsräte leben. Viel entscheidender für mich ist, dass die Rolle der Frauen im Verwaltungsrat ernst genommen wird."
| Bild: www.tagesschau.de |
Während oft damit argumentiert wird, dass bei der Personalrekrutierung Kompetenz vor Geschlecht gehen muss und abschätzig von "Quotenfrauen" gesprochen wird, bin ich grundsätzlich für Frauenquoten. Offenbar geht zwar einiges vorwärts, wie dieser Beitrag im "10vor10" illustriert. Aber eine vorgeschriebene Frauenquote würde noch mehr Firmen dazu bringen, die Suche nach geeigneten Personen auszuweiten und die Stellenvergabe transparenter machen. Und noch nebenbei: 30 Prozent sind nicht viel. Im Gegenteil. Es ist eine Schande, dass der Frauenanteil heute bei den betreffenden Unternehmen nur bei 12 Prozent liegt.
Vor einem Jahr stellte meine Kollegin bei Radio Life Channel die Frage nach einer Frauenquote in der Kirchenleitung. (Der Kurzbeitrag kann online nachgehört werden.) Erst befragte sie den Schweizerischen katholischen Frauenbund. In der katholischen Kirche sind Frauen zwar in der Basis gut vertreten, jedoch aus dogmatischen Gründen vom Priesteramt ausgeschlossen. Die Präsidentin des Pfarrvereins der Zürcher Reformierten, Gina Schibler, meinte, dass es bei den Pfarrerinnen keine Quote mehr brauche. Sondern eher bei Ämtern wie Kirchenrat und Kirchenpflege. Ihr Kollege, der Zürcher Kirchenratspräsident Michel Müller, widersprach ihr, weil eine Frauenquote die Personalsuche für diese Ämter noch schwieriger gestalten würde. Das Verhältnis werde sich im Laufe der Zeit auch ohne Quote ausbalancieren, meint er.
In Kirchen und Freikirchen eine Frauenquote durchsetzen zu wollen, wäre ein chancenloses Unterfangen. Pastorinnen, Pastoren werden von den Kirchenmitgliedern selbst gewählt. Wenn also eine Gemeinde keine Frau als Leitungsperson will, wird es auch keine geben.
Wo aber meines Erachtens Frauenquoten Sinn machen würden, sind Ausbildungsstätten (siehe Universität Bern und auch der Streit an der Uni Basel). Kirchenpflege, Ältestenrat, Vorstand - in diesen Gremien gibt es heute schon Frauen, doch auch da wäre eine Frauenquote keine dumme Idee. Solche Positionen sind für Frauen theologisch sogar aus der komplementären Sichtweise vertretbar, da sie in diesen Ämtern weder eine Lehrfunktion, noch, genau genommen, eine Leitungsfunktion über dem Mann einnehmen.
Wo Frauen in solchen Gremien vertreten sind, gewöhnen sich Männer wie auch die anderen Frauen innerhalb der Kirchgemeinde daran, dass Frauen mitreden. Man würde bei der Auswahl von Leuten zum Beispiel für einen Vorstand selbstverständlicher auch Frauen in Betracht ziehen. Frauen müssten mit mehr Engagement gefördert werden, um sie für solche Positionen fit zu machen. Wo Frauen mitreden dürfen, können sie beweisen, dass sie genauso weise und vom Heiligen Geist geleitet Entscheidungen beeinflussen können. Und schlussendlich würde diese Einsicht hoffentlich dazu führen, dass mehr Kirchgemeinden Frauen auch als Pastorinnen zulassen würden.
Insofern wäre eine Frauenquote in kirchlichen Gremien eine kleine Trittleiter. Wir schaffen es auch ohne - aber schaden würde sie nichts. Denn was Doris Aebi im "Tages-Anzeiger"-Interview in Bezug auf die Schweizer Verwaltungsräte sagt, gilt zweifellos auch für die Kirche: Es gibt genug fähige Frauen.
Montag, 21. Juli 2014
Das "Haupt der Frau"
Momentan ackere ich mich gerade durch theologische Grundlagentexte über die Rolle von Frauen in der Kirche. Einer davon ist der Standpunkt der FEG (Freie Evangelische Gemeinden) Schweiz: "Geistliche Leitung der Gemeinde durch Männer und Frauen" (2007).
Die Autoren sind der Meinung, dass nur Männer eine Kirchgemeinde leiten sollen. Sie argumentieren ausführlich. Das Killerargument stammt von Paulus aus 1. Korinter 11,3:
Auch aus an vielen anderen Stellen der Bibel geht hervor, dass Gott offenbar dem Mann in der Familie die Rolle des Verantwortungsträgers zugedacht hat. Obwohl mir das einiges Kopfzerbrechen bereitet hat, kann ich es aus einem bestimmten Verständnis von "Verantwortung" und "Haupt" heraus akzeptieren. In der Ehe kommt die Verschiedenheit von Männern und Frauen maximal zur Wirkung - deswegen scheint es nicht unlogisch, dass es dort auch unterschiedliche Rollen geben soll.
Was mir jedoch nicht einleuchtet: Warum überträgt man dieses Modell 1:1 auf die Kirche? Warum sollen sich Frauen anderen Männern unterordnen, mit denen sie keine persönliche Beziehung haben, wo es also überhaupt nicht darauf ankommt, welchem Geschlecht sie angehören? Die Bibelstellen dazu sind dürftig und die Auslegung offen. Meiner Meinung nach zu wenig stichhaltig, um daraus abzuleiten, dass Frauen zwar leitende Funktionen in einzelnen Teams und Diensten der Kirche haben dürfen, die Hauptleitungsfunktion jedoch Männern vorbehalten ist.
Thoughts?
Anmerkung: Trotz dem Standpunktpapier, und obwohl auf der FEG-Website und in den Ressourcen nur von "Pastoren" die Rede ist, ist Frauen in den FEG Schweiz das Pastorenamt offenbar nicht grundsätzlich verboten. Das entnehme ich einem Zitat aus dem Anhang des Standpunkt-Papiers: "Die grosse Mehrheit der FEG Gemeinden vertritt die so genannte 'komplementäre Sicht', die auch in dieser Hilfestellung – wie bereits im Grundlagenpapier von 1994 – gegenüber der 'egalitären Sicht' vertreten wird. Einige Gemeinden vertreten die egalitäre Sicht und leben sie in der Praxis."
"egalitäre Sicht": Frauen und Männer übernehmen die gleichen Rollen
"komplementäre Sicht": Männer und Frauen übernehmen "unterschiedliche" Rollen (sprich: Männer können jede beliebige Funktion in der Gemeinde wahrnehmen, Frauen dürfen aber ihrerseits keine Gemeinde leiten.)
Die Autoren sind der Meinung, dass nur Männer eine Kirchgemeinde leiten sollen. Sie argumentieren ausführlich. Das Killerargument stammt von Paulus aus 1. Korinter 11,3:
Auch aus an vielen anderen Stellen der Bibel geht hervor, dass Gott offenbar dem Mann in der Familie die Rolle des Verantwortungsträgers zugedacht hat. Obwohl mir das einiges Kopfzerbrechen bereitet hat, kann ich es aus einem bestimmten Verständnis von "Verantwortung" und "Haupt" heraus akzeptieren. In der Ehe kommt die Verschiedenheit von Männern und Frauen maximal zur Wirkung - deswegen scheint es nicht unlogisch, dass es dort auch unterschiedliche Rollen geben soll.
Was mir jedoch nicht einleuchtet: Warum überträgt man dieses Modell 1:1 auf die Kirche? Warum sollen sich Frauen anderen Männern unterordnen, mit denen sie keine persönliche Beziehung haben, wo es also überhaupt nicht darauf ankommt, welchem Geschlecht sie angehören? Die Bibelstellen dazu sind dürftig und die Auslegung offen. Meiner Meinung nach zu wenig stichhaltig, um daraus abzuleiten, dass Frauen zwar leitende Funktionen in einzelnen Teams und Diensten der Kirche haben dürfen, die Hauptleitungsfunktion jedoch Männern vorbehalten ist.
Thoughts?
Anmerkung: Trotz dem Standpunktpapier, und obwohl auf der FEG-Website und in den Ressourcen nur von "Pastoren" die Rede ist, ist Frauen in den FEG Schweiz das Pastorenamt offenbar nicht grundsätzlich verboten. Das entnehme ich einem Zitat aus dem Anhang des Standpunkt-Papiers: "Die grosse Mehrheit der FEG Gemeinden vertritt die so genannte 'komplementäre Sicht', die auch in dieser Hilfestellung – wie bereits im Grundlagenpapier von 1994 – gegenüber der 'egalitären Sicht' vertreten wird. Einige Gemeinden vertreten die egalitäre Sicht und leben sie in der Praxis."
"egalitäre Sicht": Frauen und Männer übernehmen die gleichen Rollen
"komplementäre Sicht": Männer und Frauen übernehmen "unterschiedliche" Rollen (sprich: Männer können jede beliebige Funktion in der Gemeinde wahrnehmen, Frauen dürfen aber ihrerseits keine Gemeinde leiten.)
Dienstag, 15. Juli 2014
Wo mein Herz schlägt.
Als
Journalistin für einen christlichen Radiosender begegnet mir diese Situation
immer wieder: Ich scrolle mich durch das Programm eines Kongresses und es
fällt mir unweigerlich auf, dass wenig bis keine Frauen als Rednerinnen eingeladen wurden. Das selbe,
wenn ich AnsprechpartnerInnen in freikirchlichen Verbänden suche: fast nur Männer in den leitenden
Positionen. Und privat besuche ich seit einem halben Jahr eine modern
ausgerichtete Freikirche, habe aber dort noch nie eine Frau predigen gehört. Ok, einmal: in einer "Ladies' celebration".
Auf den christlichen Bühnen fehlen die Frauen.
Vor ein
paar Monaten sprach ich einen der Organisatoren eines Kongresses für
Jugendleiterinnen und –Leiter darauf an, dass von über einem Dutzend (!) Vorträgen
und Workshops kein einziger von einer Frau geleitet wurde. Er reagierte mit
Erstaunen. Das sei ihm gar nicht aufgefallen.
Als Frau in der Kirche brauche ich Pastorinnen, als Vorbilder und Identifikationsfiguren.
Als Journalistin will ich kompetente und interessante Ansprechpartnerinnen - und zwar auch im (frei-)kirchlichen Bereich. Beides fehlt mir oft, und diese Situation frustriert
mich immer stärker.
Und
dann gibt es die inspirierenden Begegnungen, die mein Herz stärker
schlagen lassen: Gespräche mit Frauen, die ihren Weg in der Kirche
gehen. Starke Frauen, die mir Vorbilder sind. Weil sie sich in ihrer Berufung nicht einschränken lassen von Leuten, die finden, Frauen dürften dies und das nicht. Jedenfalls nicht in der Kirche.
Mit diesem Blog will ich konstruktive
Gedanken, Links, Texte und Videos zum Thema sammeln. Gedanken, die Frauen ermutigen, ihre Berufung innerhalb der
Kirche zu verfolgen und wahrzunehmen. Es geht nicht um Selbstverwirklichung. Sondern darum, unseren Platz als Frauen einzunehmen - auch wenn er am Rednerpult ist.
Frauen sollen im Gottesdienst predigen – nicht
„nur“ Musik machen.
Frauen sollen Bibelstunden leiten und
nicht „nur“ Kindergottesdienst. Studiengänge mit dem Berufsziel
Pastor müssen für Frauen attraktiv angepriesen werden. Es braucht mehr
Dozentinnen an den theologischen Ausbildungsstätten. Und Frauen müssen in Vorständen von Kirchen und
christlichen Institutionen vertreten sein.
Eine Fussnote: Mit meinen Beobachtungen bewege ich mich
im freikirchlichen Bereich. Die evangelisch-reformierte Landeskirche ist in
Punkto Gleichberechtigung bereits viel weiter, während in der katholischen
Kirche die Situation brodelt, aber festgefahren ist.
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